Mut, Durchhaltevermögen, Sichtbarkeit: Frauen starten im Business durch

Chefin statt Chef? Für unsere Großmütter war diese Vorstellung nahezu undenkbar. Auch heute sind Frauen in Führungspositionen noch unterrepräsentiert. Wendet sich das Blatt? Wie schafft man es als Frau an die Spitze, welche Hürden werden gemeistert? ProvenExpert hat Unternehmerinnen befragt und überraschende Antworten erhalten. Mit Checkliste für den eigenen Weg zum Erfolg. 

"Bei Frauen muss man immer damit rechnen, dass sie schwanger werden."
"Haben Sie studiert, oder woher wissen Sie das alles als Frau?"
"Natürlich ist ein Kind ein Karrierekiller"
"Kann ich mal den Chef sprechen?"

Das sind nur ein paar der prägnantesten Sätze, die uns Selbständige und Unternehmerinnen nannten, als wir sie im März 2021 in einer Umfrage nach ihren Erlebnissen im Job fragten. Weitere Frauen berichten, dass fälschlicherweise mit ihren Männern statt mit ihnen gesprochen wird, oder dass Familienväter in gleicher Position ihre Verwunderung zum Ausdruck bringen, "wie eine Mutter Beruf und Familie unter einen Hut bringt". Man könnte meinen, wir befinden uns noch immer in den 70er Jahren.

"Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist."

So stand es bis 1977 noch im Bundesgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland. Das ist gerade einmal 44 Jahre her. In den letzten vier Jahrzehnten hat sich fraglos viel getan. Der Gender Paygap hat sich tatsächlich verringert, Frauen gehen ganz selbstverständlich zur Arbeit, an die Universität, üben handwerkliche Berufe aus und streben nach Führungspositionen. Trotzdem gibt es weiterhin Zahlen, die einen erst einmal stocken lassen.

1. Im Jahr 2019 lag die Teilzeitquote von erwerbstätigen Frauen mit minderjährigen Kindern bei 66,2 Prozent. Bei erwerbstätigen Männern lag die Teilzeitquote im gleichen Jahr bei 6,4 Prozent.

2. Seit 2012 gibt es in Deutschland mehr weibliche Absolventen in Betriebswirtschaftslehre als männliche. Der Anteil an Führungspositionen in der Wirtschaft liegt jedoch weit darunter, in Deutschland sogar dramatisch weit.

3. Im Jahr 2020 waren laut DSM 84,1 Prozent der Startup-Gründer männlich.


Keine Frage, Frauen sind heute emanzipierter als ihre Mütter oder Großmütter. Selbst wenn die Frauen zur Arbeit gingen, strebten sie selten nach Führungspositionen, nur wenige waren Freiberuflerinnen oder leiteten gar ein eigenes Unternehmen mit Angestellten. Es hat sich einiges getan. Trotzdem sind es noch immer hauptsächlich Mütter, die in Teilzeit arbeiten.

Erwerbstätigkeit von Eltern in Paarfamilien mit minderjährigen Kindern

Laut einem OECD Kurzdossier zum weiblichen Unternehmertum gründen Frauen aus anderen Motiven als Männer, zum Beispiel, um Arbeit und Privates besser unter einen Hut zu bringen, oder um die “gläserne Decke” zu umschiffen.

"Ich habe immer gerne mit Frauen gearbeitet, habe festgestellt, als ich selbst ein Kind hatte, dass es abends die Mütter waren, die noch im Büro saßen und nach Lösungen suchten."

Ingrid Hoffmann baute in Eigenregie das größte konzernunabhängige Zeitarbeiterunternehmen Deutschlands auf. In Interviews berichtet sie, dass sie vorhatte, nur Frauen zu beschäftigen und auch heute noch überwiegend Frauen vermittelt. Dabei betont sie, dass sie Frauen für ihre Effizienz schätzt - auch, oder sogar besonders, wenn sie Mütter sind. Dabei finden laut OECD-Studie "Dare to Share" 30 Prozent der Ostdeutschen und sogar nur 5 Prozent der Westdeutschen, dass Mütter Vollzeit arbeiten sollten. Mehrheitlich waren die Befragten der Auffassung, dass Frauen mit Kindern halbtags arbeiten sollten.

"Viele Leute haben Angst davor zu sagen, was sie wollen. Darum bekommen sie auch nicht, was sie wollen." - Madonna

Im Zuge des Internationalen Frauentages am 8. März haben wir Unternehmerinnen in einer Umfrage gebeten, uns etwas über ihren Werdegang, ihre Hindernisse und Mentoren zu erzählen. Und obwohl auch das ein oder andere entmutigende, gar sexistische Erlebnis geschildert wurde, machen die Antworten auch Mut:

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"Ich habe immer Dinge getan, für die ich noch nicht ganz bereit war. So wächst man."

Mut ist wichtig, das weiß auch die 620 Millionen US-Dollar schwere Unternehmerin und Mutter von drei Kindern, Marissa Mayer. Fragt man erfolgreiche Frauen nach ihrem Geheimrezept hört man häufig, man solle an sich glauben, einfach machen und nicht so viel zweifeln. Leichter gesagt als getan. Darum haben wir unsere Teilnehmerinnen gefragt, was ihnen beim Gründen am meisten geholfen hat.

Immer wieder nannten die Frauen neben der richtigen Portion Mut vor allem das wichtige Durchhaltevermögen und den "Plan B", manche priesen die Unterstützung des Partners und der Familie. Frauen verlassen sich jedoch immer noch zu sehr auf das ihnen nahestehende Netzwerk von Familie und Freunden und führen tendenziell eher kleinere und weniger dynamische Unternehmen als Männer.
Auch die digitale Sichtbarkeit ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg, den Frauen noch mehr nutzen können. Heute gilt: Wer bei Google nicht gefunden wird, den gibt es auch nicht.

Warum Sie beim Thema Sichtbarkeit nicht um Google MyBusiness herumkommen und wie Sie es optimal nutzen.

 

"Sei nicht eingeschüchtert von dem, was du nicht weißt. Das kann deine größte Stärke sein, weil du dadurch Dinge anders machst als alle anderen."

Spanx-Gründerin und Selfmade-Milliardärin Sara Blakely weiß, wovon sie spricht. Auch unsere Gründerinnen sind voller guter, selbst erprobter Ratschläge! Auf die Frage, welchen Rat die Damen anderen Gründerinnen geben würden, erhielten wir beispielsweise Antworten wie:

"Durchhalten, reflektieren, gegebenenfalls die Richtung noch einmal korrigieren, an sich und die eigenen Fähigkeiten glauben."
"Einfach machen! Nach der Angst kommt auf jeden Fall der Mut!"
"Starte, bevor Du bereit bist."
"Sich gute, ehrliche Mentoren suchen."
"Eventuell nach Verbündeten suchen, um gemeinsam zu gründen."

Dabei lief auch bei den befragten Frauen nicht immer alles problemlos nach Plan. Viele berichten von mangelnder Unterstützung im eigenen Umfeld, fehlendem Selbstbewusstsein und den Schwierigkeiten, Banken und Investoren von sich und ihrer Idee zu überzeugen.

"Die meisten Menschen geben ihre Macht auf, indem sie denken, sie hätten keine."

Pulitzer-Preisträgerin, Schriftstellerin und Aktivistin Alice Walker spricht aus Erfahrung und wir alle sollten uns ihre Worte wohl zu Herzen nehmen.

Hürden erleben wohl alle GründerInnen und Führungspersonen, die Frage ist, wie man damit umgeht. Männer mögen in diesem Bereich mehr Erfahrung haben, aber Frauen holen mit Siebenmeilenstiefeln auf. Großmütter und Mütter haben den Weg bereitet und heute ebnen die Frauen, die zuversichtlich und mutig ihre Visionen umsetzen, den Weg für die kommenden Generationen. Frauen trauen sich zunehmend in “Männerdomänen”, vernetzen sich und zeigen, dass sie gemeinsam unschlagbar sind, stärken sich gegenseitig den Rücken und werfen Selbstzweifel über Bord!

Schon die Eiserne Lady, Margaret Thatcher, wusste: “Wenn du etwas gesagt haben willst, frage einen Mann; wenn du etwas erledigt haben willst, frage eine Frau."

Hey GründerInnen! Hier kommt unsere Checkliste zur Gründung und Unternehmensführung, mit den 10 besten Tipps erfahrener UnternehmerInnen.

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