Was Google gegen austauschbare Inhalte tut – und warum das Internet davon abhängt

Aktualisiert: 18. August, 2026
Der Anteil von KI-geprägten Inhalten steigt rasant: Mitte 2025 war bereits rund jede dritte neu veröffentlichte Webseite KI-generiert oder zumindest KI-unterstützt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Internet Archive. Noch 2022, also vor dem Start von ChatGPT, lag dieser Anteil nahezu bei null. Bei neuen Online-Artikeln stammt inzwischen ungefähr jeder zweite Text überwiegend aus KI-Systemen. Nun vermeldet Google, dass sie ein Verfahren entwickelt hat, KI-generierte Inhalte zu erkennen.

1. Ist KI bald Standard?
2. Google unterstützt KI – Google bekämpft KI
3. Zuviel KI-erzeugte Inhalte zerstören die Idee des Internets
4. Ohne Menschen verliert das Internet an Wert
5. Wenn Content immer beliebiger wird, wird Vertrauen immer wertvoller

Ist KI bald Standard?

Kaum eine technische Entwicklung hat sich so schnell durchgesetzt wie KI: Inhalte entstehen in einer Menge und Geschwindigkeit, mit der Menschen längst nicht mehr mithalten können. Besonders bei Video-Werbung schnellt der Anteil in die Höhe. KI wird hier zum Standard.

Im Jahr 2025 nutzten bereits die Hälfte der Werbetreibenden KI-generierte Videowerbung. 2026 sollen es laut Interactive Advertising Bureau (IAB) fast 90 % sein. Kein Wunder, denn 2026 hat Google Veo in Google Ads ausgerollt. Damit können Werbeagenturen aus nur drei statischen Bildern kurze Videos für Youtube erstellen lassen. Mit anderen Worten: Sie können unendlich viele Werbefilme ohne klassische Videoproduktion produzieren.

Noch ist nicht jede KI-Werbung perfekt. Wir erkennen sie an übernatürlichen Szenerien oder leicht mechanischen Bewegungen und Sprechweisen der Akteure. Es ist jedoch eine Frage der Zeit, wann es keine für Menschen mehr wahrnehmbare Unterschiede in KI-Bildern und -Videos gibt. Aber wenn es keine Unterschiede mehr gibt, ist es dann nicht eigentlich egal, ob Inhalte von Menschen oder KI stammen?

Google unterstützt KI – Google bekämpft KI

Google arbeitet schon länger daran, massenhaft erstellten KI-Spam besser zu erkennen. Im Juni 2026 stellte das Unternehmen eine Forschungsarbeit vor, die beschreibt, wie sich wiederkehrende Muster in KI-generierten Inhalten erkennen lassen. Im Verfahren SBERT kommen drei Dinge zusammen:

1. Zum einen achtet das Sprachmodell auf auffällige Kontengruppen mit Verhaltensmustern, die darauf hindeuten, dass Inhalte automatisiert veröffentlicht werden.

2. Zum anderen wird der Inhalt selbst geprüft. Tauchen über mehrere Kanäle hinweg ähnliche Texte oder Beschreibungen auf, ist das für SBERT ein Warnsignal. Dafür müssen die Texte nicht wortgleich formuliert sein.

3. Zusätzlich wird auch der Upload-Rhythmus in diese Analyse mit einbezogen.

Google baut also auf der einen Seite Werkzeuge, mit denen Menschen und Unternehmen leichter KI-Inhalte erstellen können. Auf der anderen Seite entwickelt Google Systeme, um massenhaften, austauschbaren KI-Spam besser zu erkennen.

Das klingt nur auf den ersten Blick widersprüchlich.

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Zuviel KI-erzeugte Inhalte zerstören die Idee des Internets

KI-Systeme sparen enorm viel Zeit und verbinden einen einzelnen Menschen potenziell mit dem im Internet gesammelten Wissen. Google selbst bietet Werkzeuge wie Gemini, Vertex AI und Gemini API an, um KI-Inhalte zu erzeugen. Unternehmen können damit eigene Anwendungen bauen oder Inhalte für Webseiten, Anzeigen, Videos und Power-Point-Slides erstellen.

Gleichzeitig hängt Googles Geschäftsmodell davon ab, dass das Internet nicht massenhaft mit Inhalten und Seiten geflutet wird. Diese Inhalte werden von Unternehmen ins Netz gestellt, um Suchsysteme zu beeinflussen wie – Google.

Google verdient an Anzeigen, an YouTube und vor allen Dingen an der Suche. Doch wenn Nutzer das Gefühl haben, die Suchergebnisse basieren nur noch auf automatisch erzeugten Inhalten, verliert diese Empfehlungen für sie an Wert.

Und Google gleich mit.

Google hat kein Problem mit KI-Inhalten. Google hat ein Problem mit massenhaft erzeugten und wertlosen Inhalten.

Es wird also langsam zum Problem, wenn KI genutzt wird, um Inhalte zu erzeugen, die lediglich dazu dienen, das Ranking zu verbessern. Google bezeichnet diese massenhaft erzeugten Inhalte alsscaled content abuse. Diese Inhalte führen dazu, dass Menschen nicht mehr passende Antworten auf ihre Suchanfragen bekommen, sondern nur noch den am besten automatisierten Content.

Ohne Menschen verliert das Internet an Wert

Bereits 2024 hat Google Updates eingeführt, die laut eigener Aussage „low-quality“ und „unoriginal content“ in Suchergebnissen um 45 % reduziert haben.

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So versucht Google ein Infrastrukturproblem zu bekämpfen, das es mit erzeugt. Denn kein großer Tech-Konzern kann einfach sagen: „Wir machen bei generativer KI nicht mit, weil sie das Web überfluten könnte.“ Weil dann macht es jemand anderes.

Daher das Wettrennen: Tech-Konzerne bauen KI-Tools, parallel dazu errichten sie Schutzsysteme, um KI-erzeugten Spam zu erkennen. Dahinter steckt auch die Erkenntnis, dass das offene Web kippen kann, wenn es mit Inhalten gefüllt wird, die nicht mehr von Menschen stammen.

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Wenn Content immer beliebiger wird, wird Vertrauen immer wertvoller

Früher war es noch eine kleine Hürde, Inhalte zu veröffentlichen: Man musste schreiben, drehen, Videos schneiden und jeden Inhalt einzeln online stellen.

Heute kann ein einzelner Mensch – oder ein Bot – in kurzer Zeit tausende Texte, Bilder oder Videos produzieren und ins Netz einspeisen. Dadurch verliert einzelner Content an Bedeutung und Beweiskraft.

Deshalb werden Signale wichtiger, die auf eine echte Herkunft schließen lassen. Dazu gehören Bewertungen mit konkreten Erfahrungen, nachvollziehbare Quellen und Unternehmensprofile, die auf mehreren Plattformen konsistente Informationen haben.

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Kundenstimmen waren schon vorher wichtig, damit Menschen sich orientieren und bessere Kaufentscheidungen treffen können. Jetzt gewinnen sie noch weiter an Bedeutung, weil sie nicht austauschbar sind, sondern individuelle Erfahrungen zeigen und konkrete Fragen beantworten, die Menschen im Alltag wirklich haben.

Und weil Menschen ihre Fragen zunehmend in KI-Suchen stellen, werden die Systeme relevanter, die im Netz nach genau diesen authentischen Signalen suchen.

 

Fazit: KI ergibt nur Sinn, wenn sie sich auf echte Erfahrungen berufen kann

Je leichter Inhalte erzeugt werden können, desto wichtiger wird die Frage, worauf Menschen und Suchsysteme noch vertrauen können. Texte, Bilder und Videos lassen sich heute in großer Menge produzieren. Echte Erfahrungen dagegen nicht.

Genau deshalb gewinnen Bewertungen an Bedeutung. In einer Welt, in der Content immer beliebiger wird, werden sie zu einem der wertvollsten Beweise.

Das verstehen auch immer mehr Tech-Unternehmen. Denn ihre KI-Systeme dürfen sich nicht irgendwann nur noch auf Inhalte stützen, die selbst von KI erzeugt wurden. Sie brauchen Signale aus der echten Welt – und genau hier werden Bewertungen unverzichtbar.

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