#ExpertStories GeldfürMüll – Prozessoptimierung fördert das Geschäft

Veröffentlicht: 10. April, 2024 | Aktualisiert: 10. April, 2024
Earth Day steht vor der Tür und da konnten wir es uns nicht entgehen mit Herrn Wegner, Inhaber der GeldfürMüll GmbH zu quatschen. Entsorgung von Müll, Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung, die Bedeutung von Automatisierung und effizientes Zeitmanagement für Unternehmensprozesse, all das und viel mehr erörtert er uns im folgenden Interview. Das perfekte Zusammenspiel zwischen menschlicher Expertise und effizienten Abläufen ermöglicht es GeldfürMüll, den europäischen Markt mit einem überraschend kleinen Team zu bedienen. Was hinter der Unternehmensstrategie steckt, erfahren Sie hier.

Wenn das Thema Recycling angeschnitten wird, ist Herr Wegner definitiv der Experte. Seit 1998 befasst er sich nicht nur mit dem Ankauf und Recycling von Druckerpatronen, sondern er hat nebenbei noch andere kleinere Unternehmen, welche alle den gleichen Fokus haben – die Wiederverwertung von Müll. Herr Wegner betont die Bedeutung eines geschlossenen Materialkreislaufs und kritisiert vermischte Abfälle, die Recyclingprozesse erschweren.

Wie steht unsere Gesellschaft gegenüber dem Recycling? 

Leider leben und produzieren wir in einer Wegwerfgesellschaft. Wir verbrauchen Ressourcen, produzieren Abfall und denken zu wenig über die Konsequenzen nach. Recycling ist der Weg, diesen Kreislauf zu durchbrechen und eine nachhaltige Lösung für die Entsorgung von Abfällen zu schaffen. 

Aktuelle Recyclingprozesse stehen jedoch vor Herausforderungen. Eine davon ist der Umgang mit vermischten Abfällen. Diese erschweren die Sortierung und den Recyclingprozess erheblich. Nehmen wir mal als Beispiel diese Wasserflasche, die neben mir steht.  Der Deckel und die Flasche sind aus zwei verschiedenen Materialien, wenn diese zusammengeschraubt weggeworfen wird, dann ist es nicht recyclingfähig. Wir sollten versuchen möglichst viele Produkte aus nur einer Art von Material herstellen, um einen geschlossenen Materialkreislauf zu erhalten. Die meisten Hersteller der Automobilindustrie machen dies schon. Die stellen ihre Armaturenbretter aus einem einzigen Material her. Diese können danach in den Granulierer geschmissen werden und aus dem „Abfall“ stellen sie neue her. Mit unserem heutigen Produktdesign geht es leider bei vielen Sachen nicht.mAluminium oder Papier ist zum Beispiel in Deutschland ein nahezu geschlossener Kreislauf. Das funktioniert wunderbar. Das kannst du einschmelzen, verarbeiten, kein Problem. Bei Papier brauchst du nur die Zellulose. Ob da ein bisschen Klebeband dran ist oder was auch immer, das schwimmt in der Zellulose Suppe oben ist also auch kein Problem. Aber hast du einen Bürostuhl, der aus 15 verschiedenen Kunststoffarten besteht, ist das leider vermischter Abfall. 

 

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Wir machen mittlerweile viele Produkte aus Jute, Bambus oder irgendwas in dieser Art. Die wenigsten wissen, dass es dafür weder Rücknahmemöglichkeiten noch Verwertungsmöglichkeiten gibt. Das landet alles in der Verbrennung. Gleiches geht auch für Elektroautos. Wir können an einer Lithium Batterie alles recyceln, nur nicht das Lithium. Das Lithium ist verloren, das geht nicht zum Recycling. Das addieren Sie jetzt noch auf die Umweltbilanz der Elektroautos drauf. Und dann stellen Sie fest, dass Sie, nur um gleichzuziehen mit dem CO2 Ausstoß, schon mal 1/4 Million Kilometer mit dem Auto fahren müssen, welches keiner tut. Bei einem Verbrennungsmotor kann man nahezu 99 % von den Metallteilen recyceln.  

Welche Maßnahmen können Unternehmer ergreifen, um nachhaltig zu sein?  

Es ist relativ einfach. Das erste: Photovoltaikanlage aufs Dach bauen. Ich glaube, ich war damals einer der ersten hier in der Region, der Photovoltaik und ein Batterie-Speichersystem im Betrieb installiert hat. Der nächste Punkt ist Gebäudedämmung. Das ist ein wichtiger Faktor. In unserem Gebäude war vorher ein Heizungsgroßhandel und null Dämmung auf eine Ölheizung. Ich habe alles rausgenommen und habe sowohl eine Dämmung- als auch eine Gasdeckenheizung, eine Dunkelstrahlheizung, bauen lassen. Dies ist alles sehr sparsam und perfekt für die Umwelt, da man den eigenen Strom selbst produziert. Was den Verbrauch von Energie oder von Energieträgern betrifft, können Sie im Unternehmen sehr viel machen. Die IT sollte relativ aktuell sein, denn die verbraucht dann so gut wie keinen Strom mehr. Als ich auf den Markt gekommen bin, hatten Netzteile ungefähr 500 Watt. Jetzt haben sie noch 80. Das sind die wichtigsten nachhaltigen Punkte, die man als Unternehmer machen kann. Man sollte dann noch die Leuchtmittel entsprechend wechseln, dass man nicht überall Glühbirnen hat. 

 

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Wie sind Sie damals auf die Idee gekommen ein Business zu kreieren, was sich darum bemüht, aus Müll Geld zu machen? 

Ich habe während meines Zivildienstes Druckerpatronen verkauft. Meine Kunden haben mich damals darum gebeten die leeren Druckerpatronen mitzunehmen. Dies hat dann dazu geführt, dass ich Berge leerer Druckerpatronen in meiner Küche stehen hatte und wusste nicht so ganz, was ich damit machen sollte. Dann hat mich irgendwann mal ein Österreicher angerufen, der Toner Kartuschen wieder aufbereitet. Im Gespräch hat er mich dann gefragt wieviel ich für die ganzen leeren Druckerpatronen eigentlich haben wollte. Ich konnte das damals gar nicht glauben, dass mir jemand Geld dafür anbietet. Und so schnell ist das Geschäft dann entstanden. Ich habe das Ganze in unserer Garage aufgebaut. Zu dem Zeitpunkt war ich auch schon verheiratet und wir haben uns damals gefreut wie Plätzchen, als wir unsere ersten 300 Mark damit verdient haben, mit dem Inhalt einer Garage. Zwei Jahre später hat meine Frau ihren Job als Zahnarzthelferin aufgegeben und ist im Betrieb direkt mit eingestiegen. Und seitdem stemmen wir das alles zu zweit.

Wie groß ist euer Unternehmen und wie schafft ihr es, ganz Europa zu bedienen? 

Wir sind überschaubar - zwei im Büro und drei im Wareneingang. Trotzdem bearbeiten wir monatlich bis zu 30.000 Einheiten, ein Meilenstein, der durch vereinfachte Abläufe und effizientes Prozessmanagement erreicht wurde. Man braucht die richtigen Mitarbeiter und Prozesse, mehr nicht. Wir brauchen für die Auswertung von Sendungen nur 2 bis 3 Tage. Und der nächste Mitbewerber braucht 2 bis 3 Wochen. Das ist einer der Gründe, warum unsere Bewertungen doch recht positiv ausfallen. 

Wie kamt ihr damals auf die Idee, mit Bewertungsmanagement anzufangen? 

Wir waren jahrelang bei ausgezeichnet.org, ich glaube seit 2004 ungefähr. Die haben uns einmal im Jahr immer so eine PDF-Datei geschickt, wo drin stand, wieviele Sterne und Kundenempfehlungen wir im Jahr gesammelt haben. Auf einmal wollten sie 4€ dafür, was noch ok war. Das ging dann von Jahr zu Jahr immer höher, bis die auf einmal 190€ dafür haben wollten. Das war für mich der Punkt zu sagen: "Das sehe ich nicht mehr ein, ich suche mir einen anderen." Wir waren mit anderen Projekten schon vorher bei euch und hatten da gute Erfahrungen sammeln können, somit sind wir auch mit diesem Unternehmensprofil zu euch gewechselt. 

Mit welcher Art von Projekten wart ihr bei uns 

Wir haben auch aktuell noch unterschiedliche Profile bei euch, für unterschiedliche Unternehmen, in denen ich verwickelt bin. Wir haben zum Beispiel noch Leergedruckt, das ist ein Parallelunternehmen von mir. Dann, zusammen mit dem Kolpingwerk organisieren wir die Sammlung von alten Schuhen. Das war mal eine ganz tolle Sache, weil man auf die Art und Weise für die teilnehmenden Einrichtungen, wie z.B. Kindergärten und Grundschulen, Gelder erwirtschaften konnte. Wir haben 2011 gestartet und jedes Jahr konnten wir 100.000-200.000 € spenden. Aber in den letzten paar Jahren ist die Logistik sehr teuer geworden und die geopolitische Lage für die Verteilung dieser Schuhe nicht mehr optimal 

 

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Wie geht Ihr eigentlich mit negativen Bewertungen um? 

Es ist wichtig, dass man Kritiken nicht persönlich nimmt. Wir antworten auf negative Bewertungen, ohne den Verfasser zu belehren. Eine freundlich-sarkastische Note kann hilfreich sein, um das Eis zu brechen. Letztendlich bieten selbst negative Kommentare eine Chance, sich zu verbessern. 

Beispiel: Wir haben eine negative Bewertung mit 1 Stern, weil bei uns außerhalb der Öffnungszeiten geschlossen war. So was ist für mich phänomenal. Das kommuniziere ich natürlich, das baue ich aus. Darauf habe ich damals geantwortet, dass auch innerhalb der Öffnungszeiten bei uns geschlossen sei, weil wir ein Entsorgungsfachbetrieb sind. Da kann man nicht einfach rein und raus. Hier werden gefährliche Maschinen benutzt. Abhilfe schafft da während der Öffnungszeiten eine Klingel, bzw. wir haben drei. Ich habe den Herrn dann gebeten, es noch einmal während der Öffnungszeiten zu probieren, und zwar mit Benutzung der Klingel diesmal. Wenn ich so eine negative Bewertung habe, ja super. Das macht das ganze erst lebendig, wenn du nur fünf Sterne Bewertungen liest, hört sich das doch an wie Beschiss. Ganz wichtig: nichts persönlich nehmen. Am Ende des Tages, wenn man aus dem Büro geht, lasse ich alles, was die Arbeit betrifft, hinter mir. 

Das kann nicht jeder Selbstständige, das ist top. Aber, wie Sie mir eben verraten haben, haben Sie viel zu wenig Urlaub.  

Ich habe viel zu wenig Urlaub. Das ist korrekt. Aber auf der anderen Seite, habe ich flexible Arbeitszeiten. Ich bin nun mal ein großer Freund von Automatismen und einem guten Prozessmanagement. Und wenn du das lang genug machst, dann hast du deine Tätigkeiten weitestgehend automatisiert. 

Wenn wir jetzt gerade über Automatisierung sprechen, benutzt ihr auch die Automatisierung für die Bewertungen? 

Nee, wir führen monatlich gezielte Bewertungsanfragen durch, um konzentriertes Feedback zu erhalten und können somit schnell und effizient darauf reagieren. Somit haben wir für ungefähr 30 Tage unsere Ruhe. Deswegen tröpfeln während des Monats vielleicht ein oder zwei Bewertungen rein, aber zum Monatswechsel kommt der ganze Berg. 

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